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Pflegemodell


Pflegemodell von Dorothea E. Orem - Modell der Selbstpflege


Frau Orem ist Professorin für Pflegepädagogik (USA), sie geht von einem ganzheitlichen Pflegebild aus. Mit Körper, Seele und Geist ist der Mensch in der Lage zwei Formen von Fürsorge wahrzunehmen:


Self care (Selbstpflege): Erlernte, zielgerichtete Aktivität von Individuen. Verhalten in konkreten Lebenssituationen, von Personen auf sich selbst oder auf die Umgebung gerichtet, um Faktoren zu regulieren, die ihre eigene Entwicklung oder lebenswichtige Funktionen, Gesundheit oder Wohlbefinden beeinträchtigten.


Dependent care (Abhängigenpflege): Bezüglich Inhalt und Ziel identisch mit self care, jedoch von Menschen nicht für sich selbst, sondern für sozial abhängige Individuen betrieben.


Beide Formen der Fürsorge haben folgende Ziele:

  • Unterstützung von Lebensprozessen und Förderung ihrer normalen
  • (physiologischen) Funktion
  • Aufrechterhaltung eines normalen Wachstums, des Erwachsenwerdens
  • und einer lebenslangen Entwicklung. Vorbeugung, Kontrolle oder Heilung von
  • Krankheitsprozessen und Verletzungen
  • Vorbeugen oder Kompensation von Behinderung
  • Förderung von Wohlbefinden


Selbstpflegebedarf ist bei Orem in 3 Gruppen unterschieden:

  • Universelle Selbstpflegebedürfnisse
  • Entwicklungsbedingte Selbstpflegebedürfnisse
  • Gesundheitsabweichende Selbstpflegebedürfnisse


Zwischen Selbstpflegebedarf und Selbstpflegefähigkeit besteht ein Gleichgewicht. Wenn sich die Lebenssituation verändert kommt es zu einer Störung dieses Gleichgewichts, entweder ist die Selbstpflegefähigkeit gestört oder im Bedarf erhöht, es liegt ein Pflegedefizit vor. Die Notwendigkeit professioneller Pflege wird in diesem Modell vom Pflegedefizit abhängig gemacht.

Es gibt:

  • Menschen, die krank sind und trotzdem keine Pflege benötigen
  • Menschen, die gesund (frei von Erkrankungen), aber trotzdem von Pflege abhängig sind


Verschiedene Methoden der professionellen Pflege sind:

  1. Handeln für den Pflegebedürftigen
  2. Anleiten
  3. Körperliche und seelische Unterstützung
  4. Schaffung einer Umgebung, die der persönlichen Entwicklung dient
  5. Unterrichten des Pflegebedürftigen.


Die Auswahl geeigneter Methoden wird dadurch getroffen, daß sich die Pflegeperson für eines der drei folgenden Pflegesysteme entscheidet:

  1. Kompensatorische Pflege = Handeln anstelle des Pflegebedürftigen (vor allem Methode 1)
  2. Teilweise kompensatorische Pflege = Handeln für und mit dem Patienten (Methode 1 kombiniert mit z.B. Methode 5)
  3. Unterstützung der Selbstpflege (vorwiegend Methode 4 und 5).


Bedeutung für die Pflege

Menschen besitzen die Fähigkeiten für sich und andere Menschen zu sorgen. Professionelle Pflege nimmt ihm die Verantwortung nicht ab, sondern hilft ihm, ihr gerecht zu werden. Die Selbstpflege soll solange wie möglich erhalten bleiben, oder so zeitig wie möglich wieder erlangt werden. Besondere Betonung liegt bei der Aktivierung oder Reaktivierung der Selbstpflege.

Quellennachweis
Titel: Lehrbuch und Atlas „Pflege heute“ Verlag: Gustav Fischer Autoren: Arne Schäffler Nicole Menche Ulrike Bazlen Tilmann Kommerell











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